Tagebuch

Das Studium geht los! Ab 12. September 2005

Craig zählt uns die Vektorraumaxiome auf. Ich hab ihn übrigens
gefragt ob es ok ist dass ich ein Bild von ihm auf meiner Seite
habe. Er meinte "Kein Problem, und sag allen daheim hi von mir."
Der Ernst des Lebens geht los ;-). Montag hatte ich erst mal frei, überhaupt ist mein Stundenplan recht dünn besetzt: Ich hab Montag, Mittwoch und Freitag frei. Anfangs dachte ich, ich könnte 3 Vorlesungen nehmen: Computer Graphics, Advanced Topics in Software Architecture und Distributed Systems. Im Verlauf von Woche 2 wurde allerdings allmählich klar, dass ich dafür so ungefähr rund um die Uhr arbeiten oder lernen müsste. Auch Jeff, mein Advisor, sagte "Oh, that'll keep you busy!" als ich ihm von meinen Plänen erzählte. Distributed Systems ist also raus.

Bleiben noch Computer Graphics und Software Architecture, macht 2 Vorlesungen zu je 80 Minuten und ein Seminar von zweieinhalb Stunden pro Woche. Die wirkliche Arbeit findet dazwischen statt: Im Grafikkurs bekamen wir in der ersten Stunde gleich das erste Assignment ("Hausaufgaben"), fällig eine Woche drauf, mit dem ich um die 15 Stunden verbrachte. Dann das nächste Assignment, 1 Woche Zeit. Uns wurde die Spiellogik für ein Tetris-Spiel gegeben (wir mussten uns also nicht um den Spielzustand oder die Umsetzung der Regeln kümmern), und wir mussten das Spiel anzeigen mittels 3D-Würfeln. Dabei sollte es rotierbar und zoombar sein. Ich brauchte über 20 Stunden, aber es hat echt motiviert. Die Ergebnisse könnt Ihr auf den Bildern dieser Seite sehen. Im Moment machen wir eine Menge affiner Geometrie (Matrizenjonglieren). Für meine Assignments programmiere ich im Graphics Lab, 6. Stock im Mathebau, wo man auch noch friert, wenn es draussen 30 Grad warm ist (Klimaanlage). Natürlich hat das Ding auch keine Fenster :-). Dafür kann man 24-7 rein, die Tür verlangt einen Nummerncode. Wenn man also Samstag nachts von der Disco kommt und gerade eine zündende Idee hat, kann man auf dem Heimweg noch kurz ein bisschen Hacken...
Unser Instructor im Grafikkurs ist Craig Kaplan, ein noch recht junger Prof, der den Stoff echt genial präsentiert und dauernd Witze macht. Im Klassenzimmer sitzen um die 45 Leute, das ist echt mal angenehm im Vergleich zu den Hörsälen mit 300 Studenten daheim. Craig zeigt uns am Ende einer Vorlesung schon auch mal einen Film oder spielt uns eine Tonaufzeichnung vor. Ich geh auf jeden Fall echt gern zur Vorlesung, die zum Glück auch erst um 10 Uhr ist (meine früheste :-) ). Ich schreib übrigens nicht nur hier als "Craig" von ihm, wir reden ihn auch mit seinem Vornamen an. Und das ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

In Software Architecture müssen wir zum einen jede Woche 3 wissenschaftliche Papers über Softwarearchitektur lesen und zum anderen gibt's wöchentliche Assignments, in denen wir Schritt für Schritt OpenOffice analysieren (mehrere Millionen Zeilen Code). Hier arbeite ich mit Chris und Amy, die ich in diesem Kurs kennengelernt habe, in einer Dreiergruppe zusammen.

Für Informatiker: Im Grafikkurs verwenden wir C++, OpenGL und Gtkmm als Fenster-Toolkit. So kann ich endlich mal richtig C++ lernen. Das letzte Assignment wird ein Raytracer, dann kommt noch ein abschliessendes Projekt.

Das Graphics Lab mit den T-Shirts vergangener Jahrgänge. Meine Tetris-Visualisierung, leicht gedreht. Tetris um mehrere Achsen gedreht. Es war auch
gefordert, dass man das Spiel "anschubsen" kann,
so dass es sich immer weiter dreht. Ich hab mal
versucht dabei dann zu spielen, aber es wird einem
ziemlich schnell schlecht...
Für die Statistiker unter Euch :-)