Tagebuch

Ankunft in Waterloo und kurzer Aufenthalt dort, ab 25.08.2005

Viel Grün auf dem Campus - sehr schön Mit dem Greyhound in Kitchener angekommen, fuhren wir mit einem Linienbus nach Waterloo zur Uni, was nochmal um die 20 Minuten dauerte. Kitchener-Waterloo, kurz KW ("kej-dabblju") ist eine Doppelstadt und hat um die 200 000 Einwohner, also nicht besonders riesig. Aber in Kitchener findet jährlich das grösste Oktoberfest Nordamerikas statt. Mein Hauptbeweggrund hierherzukommen. Muhahaha. Kurze historische Anmerkung: Kitchener hieß früher Berlin, hier war das Einwanderungszentrum für deutsche Einwanderer. Da der Name aber angesichts des 1. Weltkriegs zunehmend unbeliebt wurde, hat man die Stadt umbenannt.

Wir fuhren also mit dem Bus nach Waterloo und stiegen an der Uni aus. Im Bus lernten wir Jennifer kennen, die etwas älter ist als wir und die sich sehr hilfsbereit um uns kümmerte und uns eine Gratis-Campustour gab und uns zum Ron Eydt Conference Center führte, wo wir erstmal übernachten würden. Unsere Zimmer im Columbia Lake Village (CLV), wo wir eigentlich unterkommen sollten, würden nämlich nicht vor 2. September fertig sein. Aber das Konferenzzentrum war okay, 20$ pro Nacht und für 5$ gab's ein ordentliches Abendessen. Und WLAN hatte man auch in der Lobby, so dass ich erst mal wieder ordentlich E-Mails schrieb, was ich ein paar Tage vernachlässigt hatte mangels Bock auf Internetcafé.

Am nächsten Tag (Freitag) erledigten wir so viel es ging an der Uni, wie Studentenausweis (WatCard) holen, Konto eröffnen, im International Office vorbeischauen usw. Geld musste auch irgendwie von Deutschland nach Kanada geschafft werden. Mit meiner Sparkassenkarte konnte ich maximal 700$ aufs Mal abheben. In Kanada (ausgenommen Québec) spucken Geldautomaten nur 20$-Scheine aus, sei an dieser Stelle erwähnt. Es ist also zum Beispiel unmöglich, 30$ abzuheben. Ich hatte also 700$ in 20$-Scheinen in der Tasche, Eike sogar noch mehr, als wir gerade 5 Minuten nach Geschäftsschluss zu unserer Bankfiliale auf dem Campus zurückkamen (vorher waren wir in der Stadt). Wir standen etwas ratlos rum, als sich eine nette Angestellte erbarmte und uns zeigte, wie man Geld am Geldautomat EINZAHLT. Ich war total fasziniert. Man nimmt einen Umschlag, steckt das Geld rein, klebt ihn zu, drückt "Deposit", gibt den Betrag ein und steckt den Umschlag in eine Öffnung, die sich auftut. Und der Kontostand wird auch noch sofort aktualisiert. In Frankreich gibt's das anscheinend auch, deshalb war Nicolas, der oft mit uns unterwegs war, nicht so von den Socken wie wir.
Abends waren wir noch was trinken und sahen so ein bisschen was von Waterloo. Nichts atemberaubendes, aber ganz nett. Nach Toronto liegt die Messlatte natürlich hoch ;-). Immerhin fanden wir ein Irish Pub mit Livemusik, auch wenn die Hauptstrasse mit Kneipen um die 45 Minuten zu Fuss vom Campus entfernt ist. Am Samstag dann fuhren Eike, Joachim, Bastian, Anastasia und ich mit einem Mietwagen los, um Ontario kennenzulernen. Hier geht's weiter...

Diese Straße heisst Ring Road und führt um den Campus herum Der Campus hat durchaus ein paar hübsche Fleckchen zu bieten.
Allerdings ist man im Winter eh fast nur noch drinnen.
Das Student Life Centre, wo es eine Art Helpdesk für Studenten gibt,
eine Bank, ein Sandwich-Café, einen Friseur, einen Massagesalon,
einen Used Book Store, eine Spielhalle, einen Pub und noch ein paar
Sachen